Nr. 07 · Juli 2026Olga
Fürstin Olga — eine Frau, die einen Staat regierte, als das keine Sache für Frauen war.
Von klein auf war ich stolz, denselben Namen zu tragen. An ihrem Denkmal in Kyjiw bin ich nie gleichgültig vorbeigegangen.
Nach dem Tod ihres Mannes nahm sie die Macht in die eigenen Hände und regierte fest, klug, baute den Staat aus. Als Erste unter unseren Herrschern nahm sie das Christentum an, noch vor Wolodymyr. Darin lag etwas sehr Weitsichtiges. Und später ging aus ihrem Geschlecht auch Wolodymyr hervor — und alles, was danach kam.
Um sie herum — Bilder, die für mich von Kraft und Herkunft erzählen. Eine Wurzel, die sich in die Erde gräbt. Auerochsen zu beiden Seiten — die wilde Kraft, die sie beschützt. Und das Kreuz — ihre Wahl, die vieles veränderte.
Beim Malen entdeckte ich vieles Neue über die fürstliche Tracht. Dass die goldenen Anhänger an den Schläfen Kolty heißen — und dass man einst duftenden Stoff hineinlegte, sodass sie dufteten. Dass der Mantel über einer Schulter ein Korzno ist, der Reif um den Hals eine Hryvna und der Kranz auf dem Kopf an einem schmalen Stirnband, dem Otschillja, befestigt wird. Kleinigkeiten — doch das Malen wird gleich viel spannender, wenn man weiß, was das ist und wozu.
Für mich steht sie für den Anfang. Und ein Anfang ist oft genau so: still, fest und weiblich.
- Jahr
- 2026
- Monat
- Juli 2026
